Vor dem Krieg war das Bauen von Wohnhäusern in den Kleingartengebieten genau wie heute weitestgehend verboten. Durch die Zerstörung Bremens im 2. Weltkrieg wurde Wohnraum knapp. Die Menschen fingen an am Stadtrand illegal in den Kleingartengebieten provisorische Unterkünfte und Gartenlauben auszubauen.
Bürgermeister Wilhelm Kaisen rief die Menschen zur Eigeninitiative auf und ermöglichte es den Bremer Bürgern ohne bürokratischen Aufwand den Bau neuer oder die Vergrößerung vorhandener Notwohnungen auf den Parzellen. Damit war der Weg frei für ein informelles Bauen, daß keiner Reglementierung unterlag. Es entstanden Siedlungen mit funktionierender Nachbarschaft und gewachsenen sozialen Strukturen. Die Bewohner halfen sich beim Beschaffen von Baumaterial und Errichten der Häuser.

Aus Behelfsheimen wurde ein Zuhause. Die Versuche seitens der Stadt das Wohnen im grünen Gürtel der Stadt zu unterbinden schlugen auf Grund der weiterbestehenden Wohnungsnot fehl. Die Rechtslage wurde immer schwieriger.

Ab den 70er Jahren verließen viele Kaisenbewohner ihre Häuser, um in die Stadtquartiere zu ziehen. Es folgte eine politische Entscheidung, die den verbleibenden Kaisenbewohnern ein Bleiberecht auf Lebenszeit einräumte. Wird das Grundstück vorher verkauft oder verpachtet muss das Haus darauf abgerissen werden. In den meisten Fällen übernimmt die Stadtgemeinde Bremen diese Aufgabe.
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